Haus renovieren: Welche Kosten bei der Renovierung Ihrer Immobilie entstehen

Der Kauf einer alten Immobilie kann ein gutes Geschäft sein. Entweder um günstig ein Haus für sich selbst zu erwerben, zum Weiterverkauf oder zur Vermietung nach einer Renovierung. Um wirklich eine Wertsteigerung in Relation zur Investition zu erhalten, sollten Sie die Kosten für die Renovierung vorab schätzen. Das auf den ersten Blick sehr lukrative Geschäft kann sich zur Kostenfalle entwickeln, aus der Sie mit einer negativen Bilanz aussteigen. Je nach den geplanten Arbeiten können Sie auch Zuschüsse in Anspruch nehmen, um einen Teil der Kosten zu decken. In diesem Artikel erfahren Sie, wie man die Renovierungskosten einer Immobilie schätzt.

Renovierungsbedarf erkennen

Bevor Sie das Haus oder die Wohnung erwerben beziehungsweise mit den Sanierungsarbeiten beginnen, müssen Sie den Bedarf genau analysieren. 

Vor allem energetische Sanierungen werden von den Bundesländern gefördert. So können Sie auch die laufenden Kosten senken, was den Wert Ihrer Immobilie steigen lässt.

Es gibt in jedem Haus gewisse Aspekte, die nach vielen Jahren saniert werden sollten. Das sind unter anderem:

  • Rohbau aus Holz: nach 50 - 100 Jahren
  • Rohbau aus Beton: nach 100 - 150 Jahren
  • Nicht-massives Fertighaus: nach 50 - 75 Jahren
  • Fassade: nach ca. 20 Jahren
  • Fenster & Türen aus Holz: nach ca. 25 Jahren
  • Fenster & Türen aus Metall: nach ca. 40 Jahren
  • Außentüren: nach ca. 30 Jahren
  • Rolläden: nach ca. 25 Jahren
  • Dach: spätestens nach 50 Jahren

Auch im Inneren des Hauses gibt es zwar langlebige, aber nicht endlos nutzbare Materialien:

  • Tapete: nach ca. 10 Jahren
  • Innenputz: nach ca. 40 Jahren
  • Parkettboden: spätestens nach 50 Jahren
  • Kunststoff- und Laminatboden: nach ca. 15 Jahren
  • Teppichboden: nach 10 Jahren
  • Elektroinstallation: Wartung nach 20 Jahren, Austausch nach 40 Jahren
  • Heizung: Überprüfung nach spätestens 20 Jahren
  • Heizkörper: Wartung alle 10 Jahre, Austausch nach 30 Jahren

Renovierungskosten

Es gibt einige Dinge in einem Haus, die bei Bedarf einfach renoviert werden müssen. Manches wird renoviert, um den Komfort zu steigern oder den Energiebedarf zu senken. Beide Vorhaben sollten Sie im Voraus berechnen und abklären, bevor Sie sich für die Immobilie beziehungsweise die Renovierung entscheiden.

Die Kosten für professionelle Handwerker

Für kleinere Renovierungsarbeiten wie eine neue Heizungslösung oder dem Wechsel des Boilers zur Warmwasserbereitung benötigen Sie nur einen Experten auf dem Gebiet. Die geschätzten Kosten für die Renovierung eines Hauses sind in diesen Fällen überschaubar. 

Für größere Arbeiten ist es besser, einen Architekten oder einen Planer hinzuzuziehen, um die Arbeiten zu koordinieren. Im Durchschnitt erfordert die komplette Renovierung eines Fünf-Zimmer-Hauses ein Budget zwischen 20-40 % des Gebäudewerts. Bei einem Altbau und hohem Sanierungsbedarf müssen Sie sogar mit einem Budget von 80-100 % der ursprünglichen Baukosten rechnen. Sie können mehrere Angebote anfordern, um sich für das beste zu entscheiden. Dabei ist der billigste Preis nicht unbedingt die beste Option. Achten Sie auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und vergewissern Sie sich, dass der Fachmann die gewünschte Kompetenz besitzt.  

Manchmal ist bei alten Gebäuden der Renovierungsbedarf so hoch, dass es mehr Sinn macht, ein neues Haus zu bauen. Hier erfahren Sie mehr zur Schätzung der Kosten für den Bau eines Hauses.

Auch bei hohen Kosten einer Renovierung, kann sich diese Maßnahme dennoch als rentabel erweisen. Die Kosten für den Kauf sind geringer - das ist gut für die Vermögensbildung. Zweitens wird diese Immobilie im Laufe der Jahre an Wert gewinnen. Somit kann beim Weiterverkauf ein Wertzuwachs erzielt werden. 

Wenn Sie sich genug Zeit für eine präzise Bewertung Ihres Vorhabens nehmen, sind Sie auf der sicheren Seite.

Kosten für Anlagen und Installation

Eine weitere wichtige Frage ist, ob es im Haus Anlagen oder Installationen gibt, die sofortigen Renovationsbedarf haben oder wo eine baldige Erneuerung auf Sie zukommt. Diese Kosten sollten Sie nicht übersehen. Eine Wärmepumpe oder ein thermodynamischer Warmwasserbereiter erfordern ein beträchtliches Budget. 

Ist eine Sanierung von Heizung und Haustechnik erforderlich, sollten Sie mit 20-40 % des Gebäudewerts rechnen. Muss die Heizung ganz ausgetauscht werden,  erhöht dies das benötigte Budget nochmal um 5.000 - 25.000 €.

Für Arbeiten dieser Größenordnung können Sie auf eine zeitliche Staffelung zurückgreifen. So sammeln Sie die gemäss dem Ergebnis Ihrer Kostenschätzung für die Renovierung Ihres Hauses erforderlichen Mittel an.

Vielleicht möchten Sie auch zusätzliche Anlagen, z.B. zur Energiegewinnung errichten. Photovoltaik-Paneele eignen sich bei genügend Platz gut für die Nutzung erneuerbarer Energie. Die Kosten für so eine Investition sollten vorab eingeholt werden. Es müssen nicht nur die Solarpaneele angeschafft werden, sie benötigen außerdem einen Experten, der die Anlage auch moniert.

Kosten für Estrich und Ausbauten

Sollte es in Ihrer neuen Immobilie nötig sein, den Estrich zu erneuern oder sie benötigen den Estrich für einen Zubau, können Sie mit Kosten um die 9 - 12 € pro m² für Zementestrich und ca. 10 - 14 € / m² für Anhydritestrich rechnen. 

Möchten Sie das erworbene Haus noch vergrößern, sollten Sie ebenfalls mit Kosten von 750 - 1.800 pro m² rechnen. Eine Aufstockung kann den Wert der Immobilie vergrößern, da z.B. nun Platz für ein zusätzliches Kinderzimmer oder Heimbüro entsteht.

Zuschüsse für Renovierungsaufträge beantragen

Förderungen für energetische Sanierungen können Sie in Deutschland von Bund, Land oder auf regionaler Ebene erhalten. 

  • Bund: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA sowie die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW.
  • Land: Meist haben die Landesbanken hier Förderungen im Programm.
  • Regional: Vor allem Großstädte und angrenzende Städte verfügen meist über Förderprogramme. 

Wenn Sie auf erneuerbare Energien wechseln möchten, gibt es ebenfalls Förderungen des BAFA und der KfW. Für Photovoltaik gibt es außerdem noch eine weitere Bundesförderung: die BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude). Dies ist jedoch keine direkte Förderung des Kaufs einer Solaranlage. Indirekt wird sie dennoch gefördert - so wie jede andere Maßnahme, die Ihr Haus energieeffizienter macht. Produzieren Sie den Strom nicht für sich, sondern haben auch vor, diesen ins Netz einzuspeisen, profitieren Sie vom neuen EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) und der Einspeisevergütung.

Welche Punkte muss man beachten, um die Kosten für die Renovation eines Hauses zu schätzen?

  1. Bewertung des Renovierungsbedarfs in seinem Haus
  2. Verschiedene Fachleute kontaktieren, um Angebote zu vergleichen
  3. Erkundigen Sie sich über die Kosten für Anlagen und deren Inbetriebnahme
  4. Zuschüsse vor Baubeginn beantragen
  5. Zuschüsse von der Kostenschätzung für die Renovierung eines Hauses abziehen
  6. Suche nach einer geeigneten Finanzierung

FAQ

Kann ich meine Hypothek erhöhen, um die Renovierung meines Hauses zu finanzieren?

Wie kann man einen Zuschussantrag stellen?

Warum eine energetische Sanierung?

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